Apotheke am Markt

100. Fortbildungszertifikat „Athina“ an Melanie Rex verliehen

Athina in Dahlenburg: Melanie Rex, Athina-Apothekerin, und Kammerpräsidentin Magdalene Linz (v. l.)

Presse-Information der Apothekerkammer Niedersachsen:

Kammer zeichnet Apothekerin aus dem Landkreis Lüneburg aus
Hannover, 30. Juli 2015 – Melanie Rex aus dem Landkreis Lüneburg ist die 100. Teilnehmerin, die eine Fortbildung zur „Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken“ (Athina) erfolgreich abgeschlossen hat. Die Apothekerin hat sich darauf spezialisiert, einen umfangreichen Medikationscheck bei Patienten durchzuführen, die regelmäßig mehr als fünf rezeptpflichtige Medikamente einnehmen. Mit Hilfe dieser komplexen Analyse gelingt es, Risiken in der Arzneimitteltherapie aufzudecken und so weit wie möglich zu reduzieren.

Die Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Magdalene Linz, überreichte der 35-jährigen Mitarbeiterin der Apotheke Am Markt in Dahlenburg als Anerkennung einen Blumenstrauß und das Athina-Zertifikat für ihren erfolgreichen Abschluss der theoretischen und praktischen Fortbildung.

Die Freude und die Überraschung waren groß bei Melanie Rex. Für die gebürtige Wismarerin ist es eine Herzenssache, Patienten, die mehrfach erkrankt sind und viele Medikamente einnehmen müssen, während ihrer gesamten Therapiezeit zu beraten und ihre Fragen zu beantworten.

Die Fortbildung „Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken“ (Athina) hat die Apothekerkammer Niedersachsen vor anderthalb Jahren gestartet. In zweitägigen Fachseminaren und einer viermonatigen Praxisphase üben die Apotheker Wechselwirkungen, Fehldosierungen, Doppelverordnungen, Probleme bei der Anwendung und patientenspezifische Risiken zu erkennen, zu beurteilen und Lösungen zu entwickeln. Verbesserungsvorschläge werden ausführlich mit dem Patienten besprochen und seinem Arzt vorgeschlagen. Die Apotheker erstellen für ihren Patienten einen individuellen Medikationsplan, damit er genau weiß, zu welcher Zeit und in welcher Dosis er seine Arzneimittel einnehmen muss.

Mittlerweile haben 136 Apotheker die Kriterien für den Erhalt eines Athina-Zertifikats erfüllt. „Bis Ende des Jahres werden voraussichtlich 450 Apotheken mindestens einen Apotheker beschäftigen, der an der Athina-Fortbildung teilgenommen hat. Das ist fast ein Viertel aller Apotheken in Niedersachsen, die sich in der Arzneimitteltherapie besonders qualifiziert haben,“ stellt Kammerpräsidentin Magdalene Linz heraus.

Zurückzuführen ist die große Fortbildungsaktivität der Apotheker in Niedersachsen nicht zuletzt auf den gestiegenen Beratungsbedarf kranker Menschen. Patienten, die mehr als fünf rezeptpflichtige Medikamente einnehmen und sich weitere Arzneimittel selbst kaufen, müssen einiges beachten: ähnlich aussehende Packungen dürfen nicht vertauscht werden, Tabletten oder Tropfen müssen exakt dosiert und zu festen Zeiten eingenommen werden. Doch gerade ältere Menschen fühlen sich damit überfordert. Als Folge davon nehmen sie ihre Medikamente nur noch unregelmäßig oder gar nicht mehr ein. Sie gefährden damit den Erfolg ihrer Therapie oder im schlimmsten Fall sogar ihre Gesundheit.„Die Arzneimitteltherapie ist keineswegs ein Selbstläufer“, sagt Athina-Apothekerin Melanie Rex. „Wir Apotheker sind hier für den Patienten eine wichtige Schaltstelle bei der Optimierung der Arzneimitteltherapie und damit auch der Minimierung der Arzneimittelrisiken. Wir fragen nach, ob und wie der Patient seine Medikamente einnimmt. Manche haben bei der Vielzahl der Medikamente, die sie nehmen müssen, verständlicherweise den Überblick verloren oder setzen ihre Tabletten wegen der unangenehmen Begleiterscheinungen stillschweigend ab.“

Für Kammerpräsidentin Linz ist die hohe Beteiligung der Apotheker an der Fortbildung zur Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken ein klares Bekenntnis zur pharmazeutischen Qualität in öffentlichen Apotheken. Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen.

Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Bildnachweis: Apothekerkammer Niedersachsen